Archive-name: net-abuse-faq/teergrube-german-faq
Last-modified: 2000/03/03 Posting-Frequency: monthly URL: http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/teergrube.html Version: 0.10 See reader questions & answers on this topic! - Help others by sharing your knowledge Zur�ck English version Teergruben FAQ Was braucht der UBE Sender? Was verkauft er? Eine bestimmte Anzahl versendeter E-Mails pro Zeiteinheit. Das ganze Produkt nennt er dann Unsolicited Bulk E-Mail (Unverlangte Massen E-Mail). Wie kann man einem UBE Sender schaden? Indem man ihm seine Arbeitsmittel zerst�rt. Bitte? E-Mail Versand erfolgt �ber SMTP. Dabei wird eine TCP/IP Verbindung zum MX Host des betreffenden Empf�ngers hergestellt. �blicherweise kann ein Rechner max. 65500 TCP/IP Verbindung gleichzeitig offenhalten, in der Regel sind es weniger (Ressourcenlimit, z.B. MAX_SOCKET, MAX_FILE_DESCRIPTOR). Wenn es gelingt, einen Port bei der Mailauslieferung offen zu halten, bspw. �ber mehrere Stunden, so reduziert sich die Leistungsf�higkeit des UBE Senders. SMTP bietet dazu die Fortsetzungszeilen, mit denen die SMTP Session offengehalten werden kann, ohne da� ein Timeout zuschl�gt. Was eine Teergrube nun macht, ist einen genauso pr�parierten MTA dazu zu bewegen, da� er eben (in Abh�ngigkeit vom SMTP-Absender) den Proze� auflaufen l��t. Wie sehen Fortsetzungszeilen des SMTP aus? Ein SMTP Host sendet als Antwort auf die Kommandos des Clients Zeilen, die aus einem Fehlercode, einem Leerzeichen und einem menschenlesbaren Text bestehen. Wird das Leerzeichen durch ein Minuszeichen ersetzt, so bedeutet das, da� der Host noch nicht mit der Antwort fertig ist. Das ganze kann dann so aussehen: help 214-This is Sendmail version 8.8.5 214-Topics: 214- HELO EHLO MAIL RCPT DATA 214- RSET NOOP QUIT HELP VRFY 214- EXPN VERB ETRN DSN 214-For more info use "HELP <topic>". 214-To report bugs in the implementation send email to 214- sendmail-bugs@sendmail.org. 214-For local information send email to Postmaster at your site. 214 End of HELP info Sendet man nun derartige Fortsetzungszeilen im Abstand von Minuten, so verbraucht das fast keine Bandbreite und stoppt des UBE Versenderhost wirksam. Wer hatte denn zuerst diese Idee? In <54csin$m6g@white.koehntopp.de> schreibt Kristian K�hntopp die Idee Axel Zinser zu. Er erw�hnt dort auch den n�tzlichen Nebeneffekt, da� viele MTAs den kompletten SMTP Dialog mitloggen, also bei Teergruben Gigabyte an Log zu verwalten haben. Was ist, wenn der UBE Sender nun andere Hosts zum relay benutzt? Dann zieht es diesen mi�brauchten Relayhost zu. Der entsprechende Admin bemerkt die Funktionsunf�higkeit seines Systems und macht es so dicht, wie notwendig. Er hatte es ja sowieso falsch konfiguriert... Wenn nun UBE-Sender das erkennen und keine UBE mehr an diese Teergruben versenden, damit ihre Maschine freibleibt zum weiterspammen? Think about it. Das war das Ziel: Mailauslieferung ist m�glich, UBE nicht. Wie erkennt eine Teergrube, da� am anderen Ende ein Spammer sitzt? Es m�ssen IP Bereiche definiert werden, aus denen der Spam kommt. Beispielsweise ist der AGIS (All you Get Is Spam = Apex Global Information Systems/Service) die IP-Bereiche 204.137.128/18, 204.137.192/19, 205.137.48/18, 205.164.64/17, 205.254.160/22, 205.254.176/21, 207.142/16, 209.14/16 zugewiesen worden. Beim Verbindungsaufbau erh�lt er sofort die IP Nummer der Gegenstelle. Wie bekommt man die IP Bereiche heraus? Im Falle von AGIS: 'whois NETBLK-AGIS...' Analog f�r die anderen Spammer. Wie verhindert man, da� sie auch normale Mailer, die einen erreichen wollen, sch�digt? Wird ein normaler Mailer zuf�llig mit von der Teergrube erwischt, so ist das in der Regel nicht weiter dramatisch, da es auf beiden Systemen nur einen Port zuzieht. Die Mailauslieferung erfolgt in jedem Fall, nur dauert es l�nger als �blich. Mu� die Teergrube auch viele Sockets offenhalten? Sie ben�tigt ein bis zehn Ports. Der Spammer dagegen f�r jede Teergrube ein bis zehn. Der Vorteil der Verteidiger liegt ihn ihrer Dezentralit�t. Beim Spammer l�uft es zentral auf. Je mehr Teergruben, desto besser. Was ist, wenn der UBE Sender seinerseits �ber hunderte von Maschinen verf�gt? Jede mit 65000 Ports. Oder �ber bulk-mail-Software mit spezial TCP-Stacks die diese Obergrenze nicht kennen (Virtuelle Interfaces pp.)? Dann mu� der Spammer auch f�r diesen Aufwand zahlen. Die Frage ist dann nur noch wer zuerst aufgibt: Der Spammer mit Technikeinkauf oder die vielen Admins mit Softwareinstallationen. Ob das bisschen Knete, dass er mit UBE machen kann diese Hardware, deren Anschluss und Unterhaltung wiedereinbringt? Die Nutzung von Wegwerf-Einw�hl-Accounts f�r Spammer ist auch ausgeschlossen. Man kann den ISP anrufen und ihm sagen: "Ihr Kunde auf Leitung ... spammt gerade. Bitte klemmen Sie ihn ab und verklagen Sie ihn. Danke." Was ist, wenn der UBE Sender seinerseits auf meiner Machine alle verf�gbaren ports aufmacht (und damit meine mail Versorgung zu?)? Alles, was er tun kann, ist Dir den Mailport 25 zu belegen, bis Deine sonstigen Ressourcen aufgebraucht sind. Mit einem non-forking Mailer dauert das sehr lange. Es ist sehr unwahrscheinlich, da� ein Spammer Zeit und Ressource f�r diese Art der "Rache" aufbringt. Dar�berhinaus kann man ihn auf diese Aktion verklagen. Ist es nicht paradox, eine Netzanbindung k�nstlich langsamer machen zu m�ssen, damit sie nutzbar bleibt? Ja. Aber es hilft. Das klingt kompliziert, warum kann man die UBE-Spammer nicht einfach abweisen? Einige hundert Teergruben machen das Versenden von UBE weltweit schwierig bis unm�glich, ohne den normalen E-Mail Transport zu gef�hrden. Es kann ja sein, da� bei einem spammerfreundlichen Provider (z.B. AGIS) auch normale Menschen angeschlossen sind, zu denen Kontakte bestehen sollen! Blockt man komplett, verhindert man Kommunikation komplett. Das ist unerw�nscht. Abgesehen davon kann ein Blocking zwar den Anweder des Blockings sch�tzen, jedoch hilft es den anderen Netzbewohnern nicht im geringsten. Es ist ein Selbstschutz jedoch kein echter UBE-Schutz. Was mu� man sein, um Teergruben laufen zu lassen? Postmaster? Admin auf der Maschine, die den MX Host f�hrt. Ist man das nicht, so sollte man den betreffenden Admin kontaktieren. Wo gibt's fertige Teergruben? http://www.de.spam.abuse.net/webland/spam/ und insbesondere Axel Zinsers eigener Patch auf ftp://ftp.hiss.han.de/pub/sendmail/. F�r Systeme, die definitiv keine Post empfangen k�nnen, eignet sich ein Perl-Script der Boston Business Computing. Bei mir gibt es einen allgemeinen Wrapper f�r beliebige MTAs. Gro�es Umkonfigurieren entf�llt. Wieviele Teergruben gibt es schon und werden diese irgendwo gelistet? Unbekannt. Wer mag kann sich melden. Gibt es Erfahungen mit Teergruben? Axel hat einen Spammer f�r mehr als zwei Tage online gehalten. Ich habe �hnliche Resultate. In thur.net.admin ver�ffentlicht eine real existierende Teergrube t�gliche Statistiken. Geht das auch mit Usenet News via NNTP? Nein. Usenet News werden ausschlie�lich �ber Verbindungen zwischen gegenseitig bekannten Nachbarn ausgetauscht. Wollte man Spam auf diese Art und Weise teergruben, so w�rde es die gutnachbarschaftlichen Beziehungen zerst�ren, ohne den Injektionspunkt, den Spammer, �berhaupt zu treffen. Wie hei�t eigentlich das englische Verb f�r diese Technik? To teergrube. Ie: My host is teergrubing UBE from or via AGIS. 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Send corrections/additions to the FAQ Maintainer: Lutz.Donnerhacke@Jena.Thur.De (Lutz Donnerhacke)
Last Update March 27 2014 @ 02:11 PM
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